Im Jenaer Forst gab es mehrere Barackenlager, deren Überreste heute noch im Gelände zu finden sind. Sie dienten der Unterkunft für Arbeiter, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen.
Das östlichste bestand aus mehreren Reihen Baracken, die zu Kriegsende nur teilweise fertiggestellt waren, von einigen Reihen sind die Grundmauern heute noch erhalten. Es finden sich einige wenige Abfallreste. Die westlichsten drei Standorte in der Reihe wurden durch die Schott-Deponie zugeschüttet.
Im Bild die Reste eines ehemaligen Arbeiter- und Kriegsgefangenenlagers 'Lager Forst' des Jenaer Zeisswerkes aus den 1940er Jahren. Erhalten haben sich hier mit DDR-Abfällen zugesetzte Abortgruben.
Am westlichste war der Standort eines Barackenlagers, das vermutlich den Kasernenbauarbeitern diente, die im Regelfall wahrscheinlich auch angeworben oder zum Arbeitsdienst gepresst waren. Hier wurde später eine Fahrübungsstrecke der Sowjets im Gelände errichtet. Zu finden ist noch ein Keller, der eventuell zu einer Sperrballonstellung gehörte.
Barackenlager im Jenaer Forst
Rechtlicher Hinweis: Aufgrund des ThürUIG kann die Lage und das Flurstück der Lager nicht genannt werden, da sonst geschützte private oder öffentliche Belange betroffen sind. Gleichermaßen ist aber davon auszugehen, dass dort entsorgte Stoffe die Umwelt beeinflussen, sie liegen offenkundig zu Tage. Außerdem ist, dass ein öffentliches Interesse besteht, zu wissen, dass dort eine alte Müllkippe in der historischen Ruinen der Zwangsarbeit liegen und dies nicht als öffentliches Wissen vorhanden ist. In diesen Fällen wären die Umweltinformationen veröffentlichbar. Dies zu entscheiden, ist aber an dieser Stelle nicht gegeben.
Die zu sehenden Abfälle sind auf der obersten Bodenschicht unter dem Laub der ersten beiden Lager zu finden. Es ist anzunehmen, dass etliche weitere Abfallhaufen/-gruben existieren, da die angrenzenden Gelände viele Jahrzehnte genutzt wurden und der Abfall nicht in entfernte Anlagen, sondern vor Ort entsorgt wurde.






Eine am östlichen Rand der baulichen Gruppe liegende alte Sperrballonstellung ist auch mit DDR-Müll angefüllt.
In einer Grube nahe südlich am Schottplatz sind alte Abfalleinschüttungen zu finden, die durch die wachsenden Bäume nach poben gedrückt werden. Flaschen, Plastiktischdecken, Gläsder und Knochen liegen eingekeilt zwischen den Wurzeln. Haufwerke zeigen in ihrem Inneren Bauschutt, Fliesen und Bauabfälle. Auf dem festen Waldboden liegen viele duch Laub verdeckte Abfallstücke aus früheren Jahrzehnten. Und auf einem Wanderweg liegen zerbrochene Glashäfen, die der Schott-Produktion entstammen. Gleich daneben fließt alter Teer aus Gebinderesten, wenn die Sonne ihn anstrahlt.








